DNA Test beim Hund zur Rassebestimmung – und unser peinliches Ergebnis

„Ihr Ergebnis vom DNA Test ist jetzt da.“, sprach die Tierärztin auf die Mailbox und bat um Rückruf. Dabei klang sie belustigt. Warum, konnten wir uns noch nicht vorstellen… Für unseren spanischen Mischling haben wir einen DNA-Test zur Rassebestimmung machen lassen. Warum, was das kostet und was rauskam, erfahrt ihr hier.

Kein Scherz: Als wir Mozart das erste Mal in Spanien trafen, waren wir uns nicht sicher, ob da nicht ein American Staffordshire drinsteckt. Ganz schön dick war er damals, rund 20kg mehr als heute und die trugen doch deutlich zur „Kampfhundoptik“ bei. Umso enttäuschender das DNA-Testergebnis nun. 😉 Aber fangen wir von vorne an.

Warum ein DNA Test bei Hunden?

Zuerst einmal ist es natürlich häufig die Neugier, die einen dazu treibt, Geld für einen DNA-Test beim Hund auszugeben. Irgendwie will man ja doch wissen, was drin steckt. Und nicht immer lässt sich das so einfach erkennen. Für Mozart hatten wir dutzende Ideen, seine Fellfarbe findet sich in etlichen Rassen wieder, aber nichts passte so richtig. Mal war er zu groß, zu klein, die Schnauze zu lang. Unmöglich mit dem bloßen Auge herauszufinden welche Rassen ihm da wohl durch die Gene gesprungen sind.

Um Rückschlüsse auf eventuelle typische Rasseerkrankungen ziehen zu können oder Verhaltensweisen wiederzuerkennen, ist so eine Rasseeinordnung auch nicht ganz uninteressant. Was ist mein Hund denn nun? Hütehund? Herdenschutzhund? Jäger? Schoßhund?

DNA Test als Sicherheit

Ein DNA-Test gilt zum Beispiel bei einer Grenzüberschreitung ins Ausland zwar nicht als Beweis und muss nicht zwangsläufig vom zuständigen Veterinär anerkannt werden, aber für uns ist er doch eine gefühlte Sicherheit. Gerade, weil wir immer ein bisschen Sorge hatten, Mozart könne ein „Kampfhund“-Mischling sein und damit im ein- oder anderen Land von der Durchreise oder dem Import verboten, wollten wir auf Nummer sicher gehen.

Das Gefühl, zu wissen was in dem eigenen Hund steckt, ist eben doch ein anderes als nur zu hoffen, dass er nichts in sich trägt, das im Ausland verboten ist. Das war tatsächlich unsere Hauptmotivation für den Test.

Blutanlayse im Gen-Labor

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den DNA Test zu machen, zum Beispiel anhand von Speichel oder Blut. Da wir Mozart aufgrund seiner chronischen Leishmaniose aber ohnehin zur Kontrolle Blut abnehmen ließen, reichten wir das Blut gleich auch weiter zur Rassebestimmung ein. Das war ganz unkompliziert – die Arbeit erledigte unsere Tierärztin. Rund vier Wochen später war das Ergebnis da.

91 Rassen und die Kosten dafür

Rassen, die bei unserem DNA-Test abgeglichen wurden

Bezahlt haben wir rund 120,00€, dafür wurden Motzis Gene mit 91 Rassen abgeglichen.

Wir hatten ein bisschen Sorge, dass Rassen wie der Podenco, der in Spanien weit verbreitet aber sonst nicht sehr populär ist, nicht darunter sein würde – und ihn aber betreffen würde. Doch die Sorge war unbegründet.

Wie liest man das Ergebnis?

Das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht ganz so einfach zu verstehen und bedarf etwas Erklärung. Die gefundenen Rassen werden in Kategorien eingeteilt:

  • Kategorie 1: 75% > Übereinstimmung mit der Rasse, vermutlich waren beide Elternteile reinrassig
  • Kategorie 2: 37 – 74% Übereinstimmung mit der Rasse, vermutlich war ein Elternteil reinrassig
  • Kategorie 3: 20 – 36% Übereinstimmung mit der Rasse
  • Kategorie 4: 10 – 19% Übereinstimmung mit der Rasse
  • Kategorie 5: 10% < Übereinstimmung

Je höher die Kategorie, also je niedriger die Übereinstimmung, desto weiter zurück liegt der Ahne, der die Rasse mit in den Stammbaum gemischt hat. Eine Rasse unter Kategorie 5 wären dann z.B. ein Ur-Ur-Ur-Großvater oder ähnliches.

Was Mozart uns verschwiegen hat…

 

Tja, wir hatten tatsächlich mit sehr viel gerechnet, aber nicht mit einem Bichon Frisé Mix. Mit unserem dunkel gestromten Mischling, der nicht selten für einen Staffordshire-Mischling gehalten wird und wegen dem die Leute gerne die Straßenseite wechseln, hat doch tatsächlich Schoßhund-Gene im Blut. Auweia.

Motzis Ergebnisse:

  • Kategorie 2: Deutscher Box
  • Kategorie 3: Bichon Frisé
  • Kategorie 5: Cavalier King Charles Spaniel, Scottish Terrier

 

Nichts gegen kleine Hunde. Aber wir hatten „was richtiges“ erwartet. 😀

In Motzis Fall sieht das Ergebnis interpretiert wohl so aus: Ein Elternteil war ein reinrassiger Boxer, der andere ein Bichon Frisé Mix, der noch reichlich weitere kleine Rassen mit in die Linie brachte. Allein die bildliche Vorstellung, wie ein Boxer und Bichon Frisé zusammenpassen… na ja, lassen wir das.

Froh sind wir trotzdem, denn weder der Boxer, noch der Bichon Frisé (ha ha) gelten in Deutschland oder im europäischen Ausland als sogenannte Kampfhunde. Damit ist das Reisen von Land zu Land deutlich einfacher und ungefährlicher.

Das Abstammungszertifikat zum DNA Test

Üblicherweise bekommt man zum Ergebnis auch ein offizielles Abstammungszertifikat mit Erläuterungen zum Ergebnis und passenden Rassebeschreibungen.

Nochmal, das Ergebnis muss nicht zwangsläufig anerkannt werden, kann aber bei deutschen oder ausländischen Behörden akzeptiert werden, wenn die Rassezugehörigkeit ein Thema wird. Wir werden es für die kommenden Reisen jetzt auf jeden Fall mit uns führen. Sicher ist sicher.

Was für absurde oder offensichtliche Mixe hast du Zuhause?

Wer von euch hat ebenfalls schon einen DNA-Test mit seinem Mischling gewagt und wie überraschend war das Ergebnis?

Wir freuen uns über alle, die ähnliche skurile oder schöne Geschichten dahinter zu erzählen haben… 🙂

Tamara lebte von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen, schlug zwischenzeitlich sogar einmal die Karriere als Tierarzthelferin ein und ist mittlerweile Hundebesitzerin und Gründerin gleich zweier Tierschutzvereine. Wenn sie nicht irgendwas-mit-Hunden oder irgendwas-mit-Medien macht ist sie am liebsten auf Reisen – mit Hund, versteht sich.

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