Ist dein Hund ein Roadtrip Partner? – Mach’ den Test!

Das Reisen mit Hund und ganz besonders ein Roadtrip mit Hund stellt jede Menge Anforderungen an den Vierbeiner und das Mensch-Hunde-Gespann in Kombination. Was einen guten Reisehund ausmacht, ob ein Roadtrip für dich und deinen Hund das richtige ist und wie du dich auf eine gemeinsame Reisezeit vorbereitest erfährst du hier. Inklusive interaktivem Online-Test!

Mozart ist mittlerweile der zweite Hund aus einem spanischen Tierheim den wir bei uns aufgenommen haben.
Über seine Vergangenheit ist nicht viel bekannt. Vielleicht war er „nur“ ein Straßenhund, vielleicht hatte er sogar mal ein Zuhause. Niemand erinnert sich woher Mozart kam, der dann über drei Jahre im spanischen Tierheim auf eine zweite Chance wartete.

Eins scheinen die Hunde aus dem Auslandstierschutz zumindest in unserem Fall aber gemeinsam zu haben: Sie haben das Streunern im Blut. Und das kommt uns natürlich sehr zugute.

Der perfekte Roadtrip-Reisehund sieht in etwa so aus:

Es gibt viele Faktoren, die das gemeinsame Reisen in Form eines Roadtrips vereinfachen, erschweren oder gar unmöglich machen. Und nicht jeder Hund ist für das Reisen allgemein oder Roadtrips im speziellen geeignet.

Unserer Erfahrung nach, sieht der perfekte Roadtrip-Reisehund in etwa so aus:

  • Er liebt das Autofahren auch über längere Strecken bis zu 8 Stunden, findet Ruhe im Auto und legt auch keinen Wert auf einen bestimmten Platz. Nicht immer ist es möglich, dass der Hund neben seinem Besitzer sitzt oder wie gewohnt im Kofferraum schlafen kann. Flexibilität ist gefragt!

 

  • Er sollte fremden Menschen gegenüber wohlgesonnen oder zumindest gleichgültig sein. Vermutlich wirst du vielen Menschen begegnen und ein wedelnder Zweibeiner hinter deinen Beinen macht einen besseren Eindruck als ein knurrender und bellender. Je nach Reiseziel- und Art kannst du zumindest großen Menschenansammlungen aber gezielt aus dem Weg gehen oder auch über weite Strecken kaum eine Menschenseele treffen.

 

  • Er darf nicht empfindlich oder ängstlich sein, denn Reisen bedeutet auch immer viele unerwartete Überraschungen und ständige neue Umgebungen. Wenn dein Hund darauf mit Angst reagiert, wird er keine große Freude am Reisen haben und du ebenso wenig.

 

  • Er sollte gut an der Leine gehen, so dass ihr beide eine entspannte gemeinsame Erkundungstour wo auch immer unternehmen könnt. Das Freilaufen lassen empfiehlt sich grundsätzlich nicht, denn im Ausland gibt es teilweise ebenso gesetzliche Bestimmungen wie bei uns und viele (neue) Gefahren.

 

  • Stressfaktoren für deinen Hund sollten nicht mit deinen Reiseplänen kollidieren. Du liebst Städtetripps und dein Hund hasst Stadtlärm? Du willst in den Süden und dein Hund hasst Temperaturen über 15° Grad? Dem Tier und deiner eigenen Reisefreude zuliebe sollte man solche Kombinationen vermeiden.

 

  • Dein Hund ist sozialverträglich mit Artgenossen, denn je nach Reiseland kann es gut möglich sein, dass die Straßenhunde oder freilaufende / freilebende Vierbeiner begegnen.
    Mozart benimmt sich an der Leine bisher nicht so toll gegenüber größeren Hunden, daran arbeiten wir gerade in der Hundeschule. Ohne Leine ist aber alles kein Problem. Im Notfall würde das bedeuten, wir lassen Motzi von der Leine um die Situation zu entschärfen. Streit fängt er nicht an.

 

  • Dein Hund ist idealerweise kein sogenannter Kampfhund oder ein Kampfhund-Mix, denn viele Länder haben mittlerweile Import- oder Verbringungsverbote für bestimmte Rassen. Das macht eine Einreise im schlimmsten Fall unmöglich, sehr gefährlich oder sorgt dafür, dass du und dein Hund einfach nicht gerne gesehen seid. Traurig, aber wahr!

 

  • Dein Hund ist grunderzogen und du hast ihn unter Kontrolle. Einfach um zu vermeiden, dass er in Läden markiert, an Leuten hochspringt oder anderen mit ununterbrochenem Gebell auf die Nerven geht.

 

  • Dein Hund leidet nicht unter großer Verlassensangst, denn es kann nötig werden, dass du ihn spontan mal in einer recht fremden Umgebung (Hotel, Auto, Zimmer) für einen Moment zurücklassen musst.

 

Je nach Ratgeber liest man von weiteren scheinbar wichtige Faktoren zum perfekten Reisehund die etwa Größe, das Geschlecht oder Fellbeschaffenheit umfassen.

Unserer Erfahrung nach spielt das überhaupt keine Rolle, zumindest nicht bei der besonderen Art des Roadtrip-Reisens.

Wichtig ist vor allem, wie verantwortungsbewusst du mit deinem Hund umgehst und wie sorgfältig du dabei bist, Gewohnheiten, Ängste und Anforderungen anderer Menschen wahrzunehmen und dich dementsprechend mit deinem Hund zu verhalten.

Mach’ unseren Online-Test und finde heraus, ob dein Hund für einen Roadtrip geschaffen ist

Neben dem Online-Test empfehlen wir übrigens eine kleine „Reise auf Probe“ um all das theoretische Wissen auch in der Praxis anzuwenden und zu sehen, ob euch das gemeinsame Reisen wirklich Spaß macht. Erste Inspirationen für 10 außergewöhnliche Reiseunterkünfte in Deutschland findest du übrigens hier.

 

Achtung: Der Test ersetzt natürlich keine reiflichen Überlegungen, eine Reiseprobe mit deinem Hund und gesunden Menschenverstand. Er dient lediglich als erste Einschätzung!

Aber … bist du überhaupt geeignet für das Reisen mit Hund?

Wenn man nicht gerade einen hochsensiblen, schwer traumatisierten oder super kranken Hund hat – wir haben einen chronisch kranken, doch das ist kein Problem – ist das Reisen grundsätzlich mit jedem Vierbeiner nötig. Es gibt aber nicht nur Anforderungen an den Hund, sondern vor allem viel mehr an seinen Halter.

Deshalb solltest du dich fragen: Bin ich wirklich in der Lage eine Reise / einen Roadtrip mit Hund zu meistern? Das bedeutet:

  • Du bist bereit extra Zeit in die Planung und Organisation deiner Reise zu stecken. Zum Beispiel um herauszufinden wie es um die Einreisebestimmungen im jeweiligen Land steht, welche Papiere es braucht, was du im (Gesundheits)notfall unternimmst und welche Versicherungen sinnvoll sind für deinen Hund.

 

  • Du bist bereit die Reise nach deinem Hund auszurichten. Wenn Städtetrips für deinen Hund Stress bedeuten, kannst du keine machen. Wenn es im Sommer oder deiner Reisegegend tagsüber sehr warm ist, kannst du in dieser Zeit nichts mit Hund unternehmen. Wenn Hunde irgendwo verboten sind, kannst du dort mit Hund nicht hin.
    Es kommt absolut auf die Erwartungen deiner Reise an und darauf, was du tun und erleben willst, ob du das dann als Einschränkung, verpasste Chance oder Qual empfindest oder all das für dich ganz selbstverständlich ist. Für uns gilt letzteres.

 

  • Du bist bereit, die Bedürfnisse deines Hundes zu akzeptieren, zu respektieren und Sorge dafür zu tragen. Hunde brauchen Durchschnittlich 20 – 22 Stunden Schlaf / Ruhemöglichkeit am Tag. Wie kombinierst du das mit deinen Reiseplänen?

 

  • Bist du flexibel um umzuplanen oder im Notfall schnell zu handeln? Mit Hund kann es schnell mal unerwartete Komplikationen geben. Er kann schwer krank werden, ein Klima nicht vertragen, eine bestimmte Reiseart doch nicht (mehr) mögen oder bewältigen. Bist du dann in der Lage schnell eine sinnvolle Lösung zu finden und gegebenenfalls deine Pläne umzuwerfen?

 

Wir glauben, dass das Reisen mit Hund deutlich größere Ansprüche an den Menschen in seiner Planung und Reisedurchführung stellt, als an den Hund selbst.
Wir finden auch nicht das man mit Hund reist, wenn man ihn den ganzen Tag im Hotel lässt, während man sich in Museen, Schokoladenläden oder in Konzerthallen umtreibt.

Es ist daher absolut notwendig, dass du dich vor einer größeren Reise mit Hund damit beschäftigst, was du von einer Reise erwartest, ob und wie das mit den Bedürfnissen deines Hundes zusammengeht und wir ihr beide, gemeinsam, zusammen eine tolle Zeit verleben könnt.

 

Wer ist dein Reisebegleiter auf vier Pfoten?

Klar, wir wollen natürlich wissen, mit wem du so unterwegs bist und welche Erfahrungen du beim Reisen mit und ohne Hund gesammelt hast. Kannst du Reisen mit Hund empfehlen? Was würdest du unserer Aufzählung noch hinzufügen?

Ach ja… und was ist dein Reisebegleiter denn laut Test? :))

Tamara lebte von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen, schlug zwischenzeitlich sogar einmal die Karriere als Tierarzthelferin ein und ist mittlerweile Hundebesitzerin und Gründerin gleich zweier Tierschutzvereine. Wenn sie nicht irgendwas-mit-Hunden oder irgendwas-mit-Medien macht ist sie am liebsten auf Reisen – mit Hund, versteht sich.

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