Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an

Es war ein guter Tag: Blauer Himmel, 27 Grad und strahlender Sonnenschein, ein hipper veganer Brunch am Vormittag in Neukölln und ein Nachmittag im Park hinter dem Haus. Die Luft roch nach Kräuterbaguettes und Grillkohle. Es war ein wirklich guter Tag, an dem wir entschieden mit Hund unsere Koffer zu packen und die Stadt zu verlassen.

Tage wie diese sind eigentlich ein Idealzustand in Berlin.

Wer schon mal die deutsche Hauptstadt besucht hat oder gar hier lebt, der weiß, dass das Leben im Sommer ein ganz anderes ist, als das im Winter. Im Sommer kann man von einer Party zur nächsten, auf Flößen und Booten über die Spree schippern, überall lecker und alternativ frühstücken, brunchen, essen, trinken, auf der Straße sitzen und Leute beobachten, dem Freiluftkino frönen, auf den Brücken Sonnenuntergänge beobachten, auf der Straße tanzen, mit dem Hund an den Badesee und überhaupt – die schönen Seiten des Lebens zelebrieren. Nirgendwo fühlt sich Sommer so lebendig an wie hier.

Ein Winter in Berlin ist ein bisschen wie sterben

Vor dem ersten, schrecklichen Berliner Winter, den man hier als Zugezogener bitter durchleben muss, warnt einen jedoch jeder Zugezogene. Meist trifft er einen härter als man denkt. „So schlimm kann das schon nicht sein.“, denkt man im November und winkt cool ab. Mistwetter kennt man ja auch vom Dorf in der Heimat.
Aber dann trifft es alle, meistens mit brutaler Wucht. Und ehrlich gesagt, für mich sind die kalten, düsteren, toten, leergefegten und grauen Winter in Berlin nie besser geworden. Im Gegenteil.

An dieser Stelle denkt der ein- oder andere vielleicht: „Na ja, also bei uns sind die Winter aber auch nicht schöner.“ Doch. Doch, glaub mir. An jedem Ort der Welt ist der Winter schöner als in Berlin.
Die Schneematschtürme auf den ohnehin schon viel zu kleinen Fußgängerwegen, die Hundekot-Tretminen die unter dem tauenden Schnee wieder hervorkommen, die düstersten Gesichter, ein Leben in schlecht isolierten, zu kleinen Wohnungen, kollektive Depression.

Berliner Winter sind ein wahrgewordener Alptraum, der sich kaum in Worte fassen lässt.

Weißt du, was ich mir überlegt habe?

Es ist Ende Mai, der Sommer fängt gerade erst an und die ersten warmen Tage sind eine echte Erleichterung, nach einem wieder mal viel zu langen, düsteren Winter. Jedenfalls für uns.

Der ehemalige Straßenhund-Mischling Mozart, der aus seinem Herkunftsland Spanien eigentlich ganz andere Temperaturen gewöhnt ist, findet alle zweistelligen Temperaturen absolut unnötig. Aber zumindest was Matsch und Nieselregeln anbelangt, sind wir einer Meinung: Lohnt sich nicht, da rauszugehen.

Nichtsdestotrotz geht mein Blick im Kalender schon wieder auf Oktober. Praktisch jeden Tag zähle ich, wie lange es noch ist bis der Winter wieder vor der Tür steht. Selbstgeiselung nennt man das glaube ich.

So kommt es also, dass wir an diesem wunderbaren Berliner Sommertag in meinem Lieblingskiez Neukölln sitzen, vegane Leckereien in uns reinschaufeln und ich zu meinem Partner in Crime Martin sage: „Weißt du, was ich mir überlegt habe?“

Ich weiß gar nicht, ob ich woanders hinwill – oder einfach nur hier wegmuss

Überlegt habe ich mir folgendes: Am 01.11.2017 möchte ich mit Freund Martin und Hund Mozart die Wahlheimat Berlin und gleich das ganze Land verlassen. Ein Roadtrip mit Hund durch Europa bis mindestens 01.03.2018. Also vier Monate unterwegs, wo auch immer. Vielleicht müssen wir dafür auch unsere liebgewonnene und stets schwer zu ergatternde, bezahlbare Berliner Mietwohnung hinter uns lassen. Wir werden sehen.

Das alles bringt viel (Vor)freude, aber auch tausende Fragen, Ängste, Hindernisse und eine intensive Planung mit sich. Gerade auch deshalb, weil wir einen chronisch kranken Hund haben.
Für jeden, der genau das oder ähnliches auch einmal tun möchte, für jeden, der mit seinem Hund als Partner und Freund reisen will, und für alle, die sich fragen, wie man sich mit Hund mal eine echte Auszeit von Zuhause nimmt, für den schreibe ich nun diesen Blog. Und dokumentiere schonungslos den gesamten Prozess: Planung, Reise, Rückblick.

Du darfst also platznehmen auf der Rückbank unseres Reiseautos, das wir aktuell noch nicht haben, die Füße aus dem Fenster hängen und die Landschaft genießen, von der wir noch aktuell noch nicht wissen welche es ist und einen Blick über unsere Schulter auf das Chaos werfen, das sich da vor uns auftaut.

Willkommen an Board und gute Reise!
Tamara, Martin & Mozart

Tamara lebte von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen, schlug zwischenzeitlich sogar einmal die Karriere als Tierarzthelferin ein und ist mittlerweile Hundebesitzerin und Gründerin gleich zweier Tierschutzvereine. Wenn sie nicht irgendwas-mit-Hunden oder irgendwas-mit-Medien macht ist sie am liebsten auf Reisen – mit Hund, versteht sich.

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2 Antworten auf „Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an“

    1. Abby & Dini ihr guten Seelen,

      der Preis für den ersten Kommentar auf dem neuen Blog geht an euch. DANKE! :)) (Deshalb auch die späte Antwort, darauf waren wir nicht vorbereitet, ha ha…) Es wird dich/euch überraschen, aber, wir halten euch auf dem Laufenden! 😉

      Liebe Grüße aus der Hauptstadt,
      Tamara

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