Italien: Cupcakes, Calzone und Kaffee in der Hafenstadt Triest

Das Internet weiß alles, meint man. Aber Italien hat uns eines besseren belehrt: Es weiß nichts von den hiesigen Öffnungszeiten und schickte uns kürzlich sogar zu einer Starbucks Filliale, die sich als reiner Vorgarten herausstellte. Besser ist es, man lässt sich einfach treiben und verliert sich auf eigene Faust, zum Beispiel in der atmosphärischen Hafenstadt Triest. Natürlich mit Hund!

Unser Start in Italien war nicht ganz einfach. Nicht nur, dass es zunächst aussichtslos schien eine Pizza essen zu gehen, das Problem, dass das Internet falsche Öffnungszeiten vorgibt oder gar Orte erfindet, ist absolut real.

Gestern war es uns unmöglich einen geeigneten Arbeitsort, also ein hundefreundliches Cafe mit WiFi auszumachen.

Zunächst fuhren wir zu einer Starbucks Filliale vierzig Minuten entfernt und landeten in einem grünen Vorgarten, nur um kurz darauf zu erfahren, dass es keine einzige Starbucks Filliale in ganz Italien gibt.

Dann, leicht angesäuert, machten wir uns als Notlösung auf den Weg in ein McCafe, um hier festzustellen, dass die Steckdosen nicht zu unseren Ladegeräten passen.

Das Cafe im Anschluss bot keine Parkplätze und war außerdem so leergefegt, dass wir nichts gutes befürchteten und von dannen zogen.

Und am Nachmittag waren wir dann wieder zermürbt Zuhause, um mit mittelmäßigem WLAN das nötigste zu erledigen.

Ok Internet. Wir haben es verstanden. Von Italien hast du keinen blassen Schimmer.

Cupcake-Stopp im Cafe Mug

Neuer Tag, neues Glück. Heute früh springen wir erneut ins Auto und machen uns auf in die Hauptstadt der Region, Triest. Ausnahmsweise lässt uns die Internetrecherche – an die wir immer noch glauben! – nicht im Stich und unser erster Versuch im Cafe Mug in der Piazza Attilio Hortis stellte sich als absoluter Glücksgriff heraus.

Hier verbinden sich hippes Szeneviertel und italienische Gastfreundlichkeit an einem Ort. Mega gut!

Zuvor gilt es am Hafen einen Parkplatz zu finden, was sich nicht ganz einfach gestaltet. Aber liebevolle Cupcakes, leckerer Kaffee, eine überfordernde Riesenauswahl an Tee und blitzschnelles Internet entschädigen für Anfahrt und Suche. Freundliches, Englisch sprechendes Personal und (teilweise) internationale Karten runden den Besuch als allerhöchst angenehm ab.

Was glotzt’n so?

Ein paar Stunden danach, dutzende erledigte E-Mails weiter und ein erfolgreiches Kundengespräch später, treten wir bei strahlendem Sonnenschein, knapp 30° Grad Celsius und blauem Himmel wieder auf die Straße.

Gedankt wird uns unser „hängenbleiben“ im Cafe übrigens mit einem 10€ Strafzettel.

Wir haben vergessen unsere digitalen Parkgebühren mit EasyPark zu verlängern, und die Orndungspolizei ist fix… An der Windschutzscheibe flattert bereits ein rotes Scheinchen. Aber, so schlimm wie diesen Kollegen hat es uns trotzdem nicht erwischt: Der muss wirklich den besten Platz der Stadt gefunden haben! 😀

Hier investiert wohl jemand den Betrag eines Kurzurlaubes in Strafzettel…

Triest – die Hafenstadt an der Adriaküste

Nicht nur ‚unser‘ Cafe, auch viele andere Lokalitäten und Modeläden auf dem Weg weisen sich dank dem altbekannten Sticker als hundefreundlich aus. Das spricht neben der Lage am Meer und dem für Hafenverhältnisse sehr sauberen Wasser absolut für die Stadt.

Etwas anstrengend ist wie zu erwarten die Parkplatzsituation, welche knapp bemessen und mit 1€/Stunde nicht ultra günstig ist, als auch der laute und hektische Stadtverkehr, der vor allem durch die Roller und Motorräder verursacht wird. Zum Glück ist Motzi die Stadt gewöhnt, aber für uns alle war es hin- und wieder doch ganz schön viel.

Ankommen und staunen dürfen wir erstmals auf dem Piazza dell’Unità d’Italia. Ein herrschaftlicher Platz mit beeindruckenden, gold funkelnden Gebäuden, Springbrunnen und einem Blick über das Meer. Jetzt fühlt es sich erstmals so an, wie wir uns Italien wirklich vorgestellt haben.

Test – Test – geht eigentlich der Selbstauslöser?
Jup, geht!

Wir schlendern durch die Nachmittagssonne an den Cafes des Platzes vorbei und lassen uns durch die anschließenden Gassen treiben. Hier reihen sich Cafes an Souvenir- und Modeläden, Eisdielen und Restaurants, Bistros und Trattorias.

Mein Herz gehört natürlich den Disney-Figuren die ich in einem Spielzeugeschäft entdecke. Kurz denke ich darüber nach die Cinderella-Fee zu kaufen, aber dann: Nee. Unser Gepäck ist ja begrenzt und ich habe nicht vor unserer Abreise so hart ausgemistet, um jetzt alles wieder voll zu kruschteln. Obwohl…

Eine bessere Alternative sind da Mitbringsel die man verzehren kann. Die erschweren immerhin nicht auf Dauer das Gepäck und verschwinden irgendwann.

In Läden wie dem kleinen, liebevoll eingerichteten Danieli, ist es mit Hunden natürlich immer schwierig… und ausnahmsweise verstehen wir das auch. 😉 Deshalb shoppt Martin alleine und kommt mit Tee wieder nach draußen, während Motzi & ich Windowshopping betreiben.

Das beste Eis der Stadt und mindestens vierzig verschiedene Sorten

Nachdem wir das mit der Pizza endlich abgearbeitet haben, wird es Zeit für den zweiten italienischen Klassiker. Eis! Unser Weg führt uns in die von außen unscheinbare Gelateria Zampolli, ein kleines Lädchen in einer gar nicht so schönen Ecke der alten Stadt.

Doch sobald man über die mosaikartige Schwelle tritt und in vierzig bunte Eistöpfchen blickt ist klar: Hier bin ich im Himmel!

Ca. 40 Eissorten in der Gelateria Zampolli erwarten einen, sobald man sich hinter die unscheinbare Ladenfassade getraut hat.

Auf unsere Eiswaffeln kommt Snickers- und Cheesecake-Eis, irgendwas mit viel (dreifacher?) Schokolade und Karamell-Erdbeer. Eierlikör- und Pistazieneis, Pfirsichtarte und Chili-Schokolade oder Pflaume-Zimt sind nur einige der Sorten die einem hier entgegen lachen.

Und ja, klar! Hunde sind erlaubt. Motzi sagt, gerade in Hinblick auf die übriggebliebenen Waffeln, die er auf dem Weg nach draußen unter etwa zwanzig Tischen hervorklauen konnte: Prädikat besonders wertvoll!

Zwei Läden weiter halten wir an einer kleinen Pizzeria – wir sind gerade so schön drin im Essensmodus – und nehmen uns eine käsige Calzone mit auf die Hand. Dank der vielen kleinen Parks- und Bänke die sich zahlreich über die Stadt verteilen, findet man überall ein Plätzchen um entspannt zu sitzen, die Atmosphäre und Umgebung zu genießen und, natürlich, zu essen.

Was das angeht, sind wir bereits echte Italiener.

Überzeugende italienische Speisen & Getränke

Wir flanieren noch einmal am Hafenbecken entlang, beobachten die großen Segelschiffe und Kreuzfahrtdampfer und landen zur Dämmerung in der Via di Cavana. Eine lebendige Straße voller junger und erwachsener Menschen die sich hier vor vollen Tellern und Gläsern versammeln.

Neben urigen Restaurants gibt es ultra moderne Bars, gemütliche Cafes und Bistros. Also alles, um sich noch mal in jeder Hinsicht wegzuknallen. Kohlyenhydrate? Käse? Kalorien? HERE I COME!

Wichtig bei den heißen, sommerlichen Temperaturen in Italien: Viel trinken!

Nach einem kleinen Abendessen auf der Straße schlendern wir durch den Park an den Hafen zurück und machen einen versöhnlichen Haken an den Tag. Irgendwie laufen die Dinge gerade immer so: Am Morgen fragen wir uns, weshalb in Italien eigentlich alles so bescheuert ist – und am Abend sind wir vollgegessen und zufrieden.

Triest mit Hund, unsere Empfehlungen, Erfahrungen und Tipps:

    • Triest ist hundefreundlich! Das gilt für Lokale, Cafes und Restaurants ebenso wie für Mode- und Souvenirläden.

 

    • Das Cafe Mug in der Piazza Attilio Hortis 6 ist unsere Cafe-Empfehlung, für das beste Eis der Stadt trifft man sich in der Gelateria Zamporelli in der Via Carlo Ghega 10.

 

    • Parken kann man u.a. auf den Parkplätzen rund um den Hafen. Aber Achtung: Die Ordnungspolizei ist fix! Unbedingt Parkschein ziehen!

 

    • Coole Restaurants und Bars finden sich in der Via di Cavana.

 

    • Triest ist eine Stadt, in der man sich treiben lassen kann. Und es gibt hier alles: Zum shoppen, schmöckern, gucken, futtern und flanieren. Daumen hoch!

 

    • Achtung, der Verkehr ist ruppig und relativ laut. An Ampeln ausreichend Abstand zur Straße halten – hier heizen Autos und vor allem Roller sehr nah vorbei.

 

    • Ein Ausflug hier her ist erschwinglich! Parken: 1€/Stunde, eine Kugel Eis: 1,40€, Cupcake: 3€, Calzone: 4€, Strafzettel für mangelnden Parkschein: 10€, einfaches Abendessen für Zwei inklusive Getränke: 22€

 

 

Zum Abschied nochmal am Hafen entlang – oder einen Aperol Spritz in einem der vielen Lokale genießen.

Obwohl wir bekennende Kulturbanausen sind, lieben wir städtischen Flair und schauen gerne mal vorbei. Gerade in Städten wie Triest die eine tolle Mischung zwischen Großstadt, hippem Szeneviertel und gemütlichen Dorf sind.

Wie hältst du es mit Stadtbesuchen? Sind die was für dich und deinen Hund, oder bleibst du lieber in der Natur?

Tamara lebte von Kindesbeinen an mit Hunden zusammen, schlug zwischenzeitlich sogar einmal die Karriere als Tierarzthelferin ein, gründete und leitete zwei Tierschutzvereine und ist natürlich selbst Hundebesitzerin. Wenn sie nicht irgendwas-mit-Hunden oder irgendwas-mit-Medien macht ist sie am liebsten auf Reisen – mit Hund, versteht sich.

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